Das Museum steht im Haus der Lazăr Familie, das in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts gebaut wurde. Das Lazăr-Haus hat eine ganz besondere historische Bedeutung, da in einem ihrer Räumlichkeiten, am 12. Oktober 1918, die Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet wurde, wodurch die Rumänen aus Siebenbürgen, dem Banat, aus dem Crișana/Kreischgebiet und Maramuresch ihre Loslösung von der Österreichischen-Ungarischen Monarchie proklamierten.
Kunstobjekte und authentisches Mobiliar
Das Aurel-Lazăr-Gedenkmuseum umfasst eine ganz besondere Kollektion, bestehend aus authentischen Möbelstücken, Kunstgegenständen und Büchern, Familienfotos, die dem berühmten Politiker angehörten. Der größte Teil der Kollektion wurde dem Museum von Aurel Lazărs Schwiegertochter, Frau Valentina Lazăr, gespendet.
Unter den Möbelstücken, die Aurel Lazăr angehörten, befindet sich ein Salon im eklektischen Stil, bestehend aus einem Tisch mit geschnitzten Beinen aus Eichenholz, einem Sofa, zwei Stühlen mit gepolsterten Armlehnen, zwei kleineren Stühlen. Ein wichtiges Stück der Sammlung ist der Stuhl mit schwarzen Armlehnen, der laut der Aussage von Frau Valentina Lazăr dem Büro angehörte, in dem die Unabhängigkeitserklärung in Oradea, am 12. Oktober 1918 verfasst wurde.
Im Museum ist ebenfalls das Ölporträt von Aurel Lazăr ausgestellt, unterzeichnet vom berühmten Maler E. Kovács, die Foto-Porträts der Eltern des Politikers, Fotos von seinem Sohn, Liviu Lazăr und sonstigen Familienmitgliedern, Fotografien mit Szenen vom Begräbnis des berühmten Rechtsanwaltes aus Oradea.
Ein besagtes Sammlungsstück ist der Schrank mit drei Türen, im eklektischen Stil, in dem sich Bände befinden, die, auf dem Vorsatz, mit dem Exlibris von Aurel Lazăr gekennzeichnet sind, als Eigentumsbeleg des großen Politikers.
Im Museum gibt es fünf Ausstellungsräume, wovon in drei Räumlichkeiten ausschließlich Anhaltspunkte und bedeutende private und berufliche Aspekte aus dem Leben von Aurel Lazăr zur Schau gestellt werden. Dies geschieht in Form von geschichtlich bedeutenden Dokumenten, die auf Karton gefestigt sind. Im Übrigen trägt all dies dazu bei, die Atmosphäre alter Zeiten wiederherzustellen, in dem Dr. Aurel Lazăr gelebt hat. Neben dieser Dauerausstellung sind zwei Museumsräume ausschließlich für temporäre Ausstellungen reserviert.
Im Hof des Gedenkmuseums befindet sich ein großflächiger Saal, welcher verschiedenen kulturellen oder wissenschaftlichen Ereignissen, Kunstausstellungen, Symposien oder Buchveröffentlichungen gewidmet ist.
Über Aurel Lazăr
Aurel Lazăr wurde 1872 in Oradea in einer Familie von Intellektuellen geboren, sein Vater war Rechtsanwalt. Er trat in die Fußstapfen seines Vaters und wurde zum Doktor der Rechtswissenschaften.
Als bedeutende Persönlichkeit des kulturell-politischen Lebens in Oradea, setzte er sich mit großer Hingabe und erheblicher Kompetenz für das Gründungs- und Konsolidierungsverfahren des Groß-Rumäniens (România Mare) ein. Er vertrat am 1. Dezember 1918 den Wahlkreis Aleșd bei der Großen Nationalen Versammlung in Alba Iulia, wo die Vereinigung von Siebenbürgen, dem Banat, dem Kreischgebiet und Maramuresch mit dem Vaterland, Königreich Rumänien, besiegelt wurde.
In seinem Amt als Mitglied des Großen Nationalrates wurde Aurel Lazăr auch zum Mitglied des Dirigentenrates – der Übergangsregierung – wo er den Posten des Justiz Ressortministers bekleidete. Der große Politiker aus dem Kreis Bihor stellte seine Begabung in der schwierigen Aktion der Eingliederung Siebenbürgens in die rumänischen politischen und kulturellen Strukturen nach 1918 unter Beweis, und übernahm wichtige Funktionen, wie die des stellvertretenden Präsidenten der Abgeordnetenversammlung, des Präsidenten der Nationalen Bauernpartei - Zweigstelle Bihor (im Jahr 1926), des stellvertretenden Präsidenten der Kulturversammlung „Cele Trei Crişuri”, des Bürgermeisters des Munizipiums Oradea.
Ebenfalls nennenswert ist auch die Tatsache, dass das Aurel-Lazăr-Haus, im Zeitraum 6.12.1940 – 1.11.1943 Sitz des Konsulates des Rumänischen Königreiches, unter der Führung des Diplomaten Dr. Mihai Marina, gewesen ist.
Sein Ableben tritt, im Alter von 58 Jahren, am 18.11.1930, ein.
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KARTEN
Erwachsene: 5 Lei/Person;
Kinder, Schüler, Studenten, Rentner: 2 Lei/Person;
Kostenloser Zutritt: Kinder < 4 Jahren, Akkreditierte Reiseleiter, Kinder aus Kinderheimen, Kriegsveteranen, Personen mit Behinderung, Museumsarbeiter und Rentner aus dem nationalen Museumsnetz.
ÖFFNUNGSZEITEN
Montag – geschlossen;
Dienstag - Sonntag: 10.00-17.00;
Der letzte Einlass zur Ausstellung erfolgt 30 Minuten vor Betriebsschluss.